5. Oberpfälzer Lesetag: "Lesen. Lernen. Chancen."

18.05.2026-017

Mit praxisorientierten Impulsen und Werkzeugen die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler nachhaltig steigern

Kümmersbruck. „Lesen. Lernen. Chancen – Lesekompetenz als Schlüssel zur Bildungsteilhabe“ – so lautete das Motto des 5. Oberpfälzer Lesetages an der Grundschule Kümmersbruck. Die von der Regierung der Oberpfalz und dem Arbeitskreis „Lesen in der Oberpfalz“ ausgerichtete Veranstaltung stieß auf breites Interesse und so nahmen rund 190 Lehrkräfte aus dem Grund- und Mittelschulbereich der gesamten Oberpfalz teil.

Leitende Regierungsschuldirektorin an der Regierung der Oberpfalz, Heike Hecht, betonte die Lesekompetenz als eine Basiskompetenz. Passend zum diesjährigen Motto machte sie deutlich, dass eine fundierte Lesefähigkeit ein grundlegender Schlüssel für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe sei: „Wer lesen kann, eignet sich Wissen an, erfasst Zusammenhänge, lernt kritisch zu denken und sich eine eigene Meinung zu bilden.“ Eine systematische und nachhaltige Leseförderung im Unterricht sei daher unerlässlich.

Den wissenschaftlichen Rahmen der Veranstaltung bildete der Impulsvortrag von Svenja Wehrhöfer, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Dortmund. Unter dem Titel „Lesekompetenz als Schlüssel zur Bildungsteilhabe - Aktuelle Befunde, Bedingungsfaktoren und Förderansätze“ beleuchtete sie den aktuellen Forschungsstand. Dabei zeigte sie eindrucksvoll auf, inwieweit die gesellschaftliche Partizipation von der Lesefähigkeit abhängt, welche Faktoren die Leseentwicklung beeinflussen und an welchen Stellen Schulen und Lehrkräfte gezielt ansetzen können.

Im Rahmen eines umfangreichen Workshopangebots konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Folgenden zu ausgewählten Aspekten der Lesekompetenzförderung unter dem Aspekt der Chancengerechtigkeit fortbilden. Die Bandbreite der Angebote reichte vom Einsatz digitaler Tools, individueller Förderung im Bereich Deutsch als Zweitsprache sowie der Modellierung von Lesestrategien bis hin zu Themenbereichen, die die Schaffung einer lebendigen Lese-, Literatur- und Schulbibliothekskultur in den Fokus nimmt, die bis ins Elternhaus reicht und die auch Fragen der Demokratie- und Werteerziehung aufgreift.

Nachdem die systematische Leseförderung mit dem Programm „Fachintegrierte Leseförderung Bayern“ (FiLBY) in der Grundschule bereits umfassendes Thema beim letzten Oberpfälzer Lesetag war, konnten in diesem Jahr nun auch die Verzahnung mit dem „Bayerischen Lesescreening“ (BYLES) sowie die Weiterführung in der Mittelschule mit der Erweiterung des Programms „Fachintegrierte Leseförderung Bayern“ auf die Jahrgangsstufen 5 und 6 in der weiterführenden Schule bzw. Sekundarstufe (FiLBY-SEK) in den Blick genommen werden.

Das gemeinsame Ziel aller Angebote war es, den Lehrkräften konkrete, praxiserprobte Impulse und Werkzeuge an die Hand zu geben, um die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler zielgerichtet und nachhaltig zu steigern.

FiLBY - Fachintegrierte Leseförderung Bayern
Das Programm Fachintegrierte Leseförderung Bayern (FiLBY) ist ein langfristig angelegtes Lesetraining, das von Jahrgangsstufe 2 bis 4 die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler mit umfassendem Material nachhaltig fördert.

FiLBY erstreckt sich mit folgenden Schwerpunkten auf drei Schuljahre:
-       Training der Leseflüssigkeit in Jahrgangsstufe 2
-       Erwerb von Lesestrategien in Jahrgangsstufe 3
-       Selbstreguliertes Lesen in Jahrgangsstufe 4
Bayerisches Lesescreening (BYLES)
Das Bayerische Lesescreening ist ein standardisiertes und evidenzbasiertes Screening, um die Lesekompetenz von Grundschulkindern digital zu erheben. Es bietet Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften direkte Rückmeldung und verwendet adaptive Testverfahren. Das bedeutet, dass nicht mehr alle Schülerinnen und Schüler dieselben Aufgaben erhalten, sondern sich diese an die Fähigkeit jedes einzelnen Kindes anpassen.