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Zur Überwachung der lufthygienischen Situation in der Oberpfalz sind
an folgenden Standorten vollautomatische Messstationen eingerichtet worden.
Die Messstationen werden vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg betreut.
Zur Beurteilung der lufthygienischen Situation sind die aus den Messdaten eines Jahres ermittelten Kenngrößen mit den Immissionswerten der
22. BImSchV und der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) zu vergleichen, wobei je nach Schadstoff Grenzwerte für Langzeit- und Kurzzeiteinwirkungen festgelegt sind (Jahres- bzw. Tages- und Stundenmittelwerte). Die
aktuellen Daten
können beim Bayer. Landesamt für Umwelt abgerufen werden. Das Angebot umfasst in
einer tabellarischen Zusammenstellung die aktuellen Stundenmittelwerte von
Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffdioxid (NO2) und Ozon
(O3), die aktuellen
8-Stunden-Mittelwerte von Kohlenmonoxid (CO) und Ozon sowie die gleitenden
24-Stundenmittelwerte und Tagesmittelwerte vom Vortag für Feinstaub (PM10).
Darüber hinaus werden die Stundenmittelwerte und die 8-Stunden-Gleitmittelwerte
der letzten 48 Stunden sowie die Tagesmittelwerte und die gleitenden
24-Stundenmittelwerte der letzten 5 Tage für die einzelnen Stationen in
graphischer Form angeboten. Diese Daten können über eine Downloadfunktion
abgerufen werden. Ein weiterer Bestandteil des Angebots ist die tabellarische
Zusammenstellung der Überschreitungshäufigkeit, aus der die Anzahl der
Überschreitungen der Grenzwerte für PM10, NO2
und SO2 ersichtlich ist.
Ozon
Ozon (O3)
wird in den bodennahen Luftschichten (Troposphäre) in einem komplexen Prozess
unter Einwirkung von Sonnenlicht aus Luftschadstoffen gebildet. Infolge
intensiver Sonneneinstrahlung treten in den Sommermonaten auch in der Oberpfalz
erhöhte Ozonkonzentrationen auf. In Gebieten mit höheren Luftschadstoffgehalten
findet insbesondere in den Nachtstunden ein Abbau des Ozons durch Reaktionen mit
den anderen Luftschadstoffen statt, während in ländlichen Gebieten die
Ozonkonzentration weitgehend erhalten bleibt. Daher werden anders als bei den
Stickoxiden die höchsten Werte der Oberpfalz in Tiefenbach gemessen.
Hinweis:
Als Beurteilungskriterium für die Ozonkonzentration kann der vom
Verein Deutscher Ingenieure (VDI) vorgeschlagene Richtwert von 0,120 mg/m3
als ½-Stunden Mittelwert herangezogen werden, der nach Auffassung der VDI-Arbeitsgruppe
nachteilige gesundheitliche Wirkungen sicher ausschließt. Personen, die erfahrungsgemäß
empfindlich gegenüber erhöhten Ozonkonzentrationen reagieren, sollten bei Werten über
0,180 mg/m3 ungewohnte körperliche Anstrengungen im Freien
vermeiden. 0,240 mg/m3 ist die Auslöseschwelle für ein
Fahrverbot.
siehe auch: Aktuelle
Ozonimmissionskonzentrationen (FLADIS)
Feinstaub
Feinstaub (PM10)
Staubpartikel sind unterschiedlicher Herkunft, haben sehr verschiedene Korngrößen und bestehen aus einer Vielzahl von
Stoffen. Feinstaub besteht überwiegend aus Partikeln mit Korngrößen < 10 µm. Dieselabgase beinhalten einen großen Teil Feinstäube in Form von
Rußpartikeln.
Während Staubpartikel mit mehr als 10 µm Durchmesser nur den Nasen-Rachenraum erreichen, gelangen Partikel mit der Größe < 10 µm bis in die mittleren und tiefen Atemwegsabschnitte. Die gesundheitsschädigende Wirkung geht dann auch von Schadstoffen, wie Schwermetallen und Kohlenwasserstoffen aus, die an die Partikel angelagert sind und sich in der Lunge ablösen. Besonders empfindlich auf die Feinstäube reagieren Herz-Kreislauf-Kranke
mit Asthma oder Lungenleiden, Kinder und alte Menschen. Tierversuche haben ergeben, dass die toxische Wirkung von dem Anteil der kleinsten Partikel in der Staubdosis abhängt.
Was die Verweilzeit und die Verteilung in der Luft betrifft,
verhält sich Feinstaub ähnlich wie ein Gas.
In folgenden Diagrammen sind die Monatsmittelwerte und die höchsten Tagesmittelwerte im Jahr 2009
an den Messstationen in der Oberpfalz dargestellt.
Der ab 2005 geltende
Grenzwert von 40 µg/m³ für den Jahresmittelwert wurde 2009 an keiner Messstation in der Oberpfalz überschritten.
Ab Januar 2005 darf ein Tagesmittelwert von 50 µg/m³ im
Kalenderjahr nur noch 35 mal überschritten werden. Diese Vorgabe
wurde 2009 an allen Messstationen in der Oberpfalz eingehalten.
Stickstoffoxide
Stickstoffoxide (NOx)
werden überwiegend durch Energieerzeugung, Verkehr, Industrie und Hausbrand emittiert.
Die Immissionswerte liegen seit 1994 auf einem ähnlich hohen Niveau.
N02 Jahresmittelwerte in µg/m³
| |
1998 |
1999 |
2000 |
2001 |
2002 |
2003 |
2004 |
2005 |
2008 |
TA Luft 2002/22. BlmSchV** |
| Regensburg |
50 |
49 |
44 |
44 |
48 |
51 |
48 |
50 |
44 |
40 |
| Schwandorf |
* |
* |
29 |
30 |
31 |
35 |
32 |
26 |
24 |
|
| Tiefenbach |
16 |
12 |
11 |
10 |
11 |
11 |
10 |
10 |
3 |
| Weiden i.d.Opf. |
37 |
39 |
35 |
31 |
32 |
38 |
33 |
36 |
25 |
* noch keine NO2-Messung
** Zweiundzwanzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes
(Verordnung über Immissionswerte für Schadstoffe in der Luft)
Maßnahmen, die zu einer Reduzierung der Stickstoffoxidemissionen geführt haben, wie der Abgaskatalysator,
wurden durch das erhöhte Verkehrsaufkommen und den steigenden Anteil von Diesel-Pkw am Kfz-Bestand
wieder wettgemacht.
Bei der Verbrennung entsteht zunächst vorwiegend Stickstoffmonoxid (NO), das in der Atmosphäre rasch zu
Stickstoffdioxid (NO2) oxidiert wird. Zusammen mit den Kohlenwasserstoffen stellen die Stickstoffoxide
die Vorläufer für photochemische Oxidantien (Ozonbildung) dar. Durch ihre weitere Umwandlung zu Salpetersäure
tragen sie zur Versauerung bei. Die Überdüngung der Wälder und anderer empfindlicher Ökosysteme geht
maßgeblich auf das Konto der Stickoxide und anderer Stickstoffverbindungen, wie Ammoniak.
Das Reizgas Stickstoffdioxid kann aufgrund seiner Löslichkeit bzw. Reaktion mit Wasser schon bei
niedrigen Konzentrationen und normaler Atmung die Schleimhäute des Atemtraktes angreifen.
Schwefeldioxid
Schwefeldioxid (SO2)
ist ein farbloses, leicht wasserlösliches, stechend riechendes Gas, das bei der Verbrennung fossiler schwefelhaltiger Energieträger, wie Kohle und Öl, entsteht. Außerdem wird Schwefeldioxid bei verschiedenen industriellen Prozessen sowie bei der Erdölverarbeitung emittiert.
An allen Messstationen in der Oberpfalz wurden in den letzten Jahren die Vergleichswerte der TA Luft sowohl im Jahresmittel, als auch bei Spitzenbelastungen weit unterschritten. Seit 1999 liegen die SO2-Werte in der Oberpfalz nahezu auf dem gleichen Niveau.
Schwefeldioxid verursacht maßgeblich den sauren Regen und die damit zusammenhängenden Einwirkungen auf Pflanzen, Bauwerke, Boden und Gewässer. Als saures Reizgas wirkt es beim Menschen vorwiegend auf die Schleimhäute der Atemwege und der Augen. Die Wirkung kann verstärkt werden, wenn das Gas an den Staubteilchen der Luft aufoxidiert und zu Schwefelsäure umgesetzt wird.
S02 Jahresmittelwerte in µg/m³
| |
1987 |
1994 |
1996 |
1997 |
1999 |
2003 |
2005 |
2006 |
2008 |
TA Luft 2002 |
| Regensburg |
39 |
11 |
12 |
7 |
6 |
4 |
4 |
4 |
5 |
50 |
| Tiefenbach |
37 |
10 |
13 |
5 |
3 |
3 |
3 |
* |
* |
|
| Weiden i.d.Opf. |
48 |
15 |
15 |
9 |
5 |
5 |
5 |
* |
* |
* wird nicht mehr gemessen
Stand: Januar 2010
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