Was ist eine "Borreliose?
Eine durch Zecken übertragene, entzündliche Erkrankung, die klinisch durch eine frühe
Hautveränderung - das Erythema migrans (eine ringförmige Rötung) - zu erkennen ist.
Wochen bis Monate später können Krankheitserscheinungen an anderen Organen (Nervensystem, Herz, Gelenke) folgen.
Wie häufig ist diese Erkrankung?
Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Infektion. Die Krankheitserreger befinden sich
vorwiegend in der Darmwand, aber auch im Speichel der Zecke. Wird also eine saugende Zecke
rechtzeitig entdeckt und sachgemäß entfernt, ist das Risiko einer Übertragung von Borrelien
auf den Menschen gering.
Wie verläuft eine Borrelienerkrankung?
Die Lyme-Borreliose ist durch einen Verlauf in verschiedenen klinischen Stadien gekennzeichnet,
wobei nicht alle Symptome eines Stadiums auftreten müssen und auch Stadien übersprungen werden können.
Eine Infektion mit diesen Erregern verläuft aber in der Mehrzahl der Fälle ohne klinische Symptome
(asymptomatisch) oder heilt spontan aus. Der zeitliche Verlauf einer Borreliose ist ebenfalls sehr
unterschiedlich. Es kann Monate bis Jahre dauern, bis ein Patient überhaupt Symptome entwickelt.
Wichtige klinische Krankheitsbilder der Lyme-Borreliose
Stadium 1: (Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich auftretend)
- Erythema migrans (Wanderröte): von der Einstichstelle nach außen fortschreitender hellroter,
langsam wachsender Ring mit zentraler Abblassung. Es verursacht keinen Juckreiz oder Schmerz und
klingt meist nach Wochen bis Monaten wieder ab.
- Auftreten allgemeiner Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellungen,
Nackensteife.
- Borrelienlymphozytom (gutartige, blass-rötliche, polsterartige Schwellung oder Knoten).
Bleibt das Frühstadium unbehandelt oder unentdeckt, kann die Infektion nach Wochen bis Monaten
in ein Folgestadium übergehen. Im Verlauf der Infektion erreichen die Erreger über die Blut- und
Lymphbahnen weitere Organe.
Stadium 2:
- Beteiligung des Nervensystems, z.B. Lähmung der Gesichtsnerven, Hirnhautentzündung,
Nervenwurzelentzündung Beteiligung des Herzens (z.B. Rhythmusstörungen), der Augen, der
Muskeln und der Leber möglich.
- Allgemeinsymptome: Abgeschlagenheit, Müdigkeit.
Stadium 3: Monate bis Jahre nach dem Zeckenstich auftretend.
- Chronische Gelenkentzündungen wobei oft nur ein Gelenk, in 80 % der Fälle die Knie- und
Sprunggelenke, betroffen sind
- Chronische Entzündung der Haut mit Hautverdünnung
- Beteiligung des Nervensystems mit Hirn- und Rückenmarksentzündung, chronische Entzündung
von Armen und Beinen, z.T. mit Lähmungserscheinungen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.
Wie wird die Borreliose diagnostiziert?
Zum einen durch die klinischen Symptome, zum anderen durch eine Blutuntersuchung. Schwierig
gestaltet sich die Diagnostik unter anderem, weil:
- sich viele Patienten nicht an einen Zeckenstich erinnern,
- die Symptome sehr vielgestaltig und deshalb nicht immer eindeutig zuzuordnen sind und
- eine Antibiotikatherapie die Laborergebnisse beeinflusst.
Kann man sich mehrmals infizieren?
Ja! Man muss davon ausgehen, dass ein Patient, der an einer Borreliose erkrankt war, nicht
vor einer erneuten Infektion durch einen erneuten Zeckenstich geschützt ist.
Kann man eine Borrelieninfektion behandeln?
Ja! Zur Therapie der Borrelieninfektion werden heute verschiedene Antibiotika eingesetzt,
die üblicherweise über einen Zeitraum von 10 - 30 Tagen eingenommen werden. Je länger allerdings
die Infektion zurückliegt, um so schwieriger ist die Therapie (besonders im Stadium 3 der Erkrankung).
Gibt es eine Impfung gegen die Borrelienerkrankung?
Eine Schutzimpfung gegen die Borreliose gibt es leider noch nicht, es ist deshalb wichtig,
eine Zecke rasch zu entfernen und die Einstichstelle noch für ca. 4 Wochen zu beobachten.
Wichtig:
Die Übertragungswahrscheinlichkeit für Borrelien nimmt mit zunehmender Dauer des Saugaktes zu.
Hat die Zecke weniger als 24 Stunden gesaugt, ist die Infektionsgefahr noch relativ gering.
Sind sämtliche Zecken Träger dieser Erreger?
Nein!
Schätzungen zufolge sind in ganz Mitteleuropa ca. 1 - 3 % der Zeckenlarven, 10 % der Nymphen
und 20 - 30 % der geschlechtsreifen Zecken mit Borrelia burgdorferi (Erreger der Lyme-Borreliose) infiziert.
Zecken, die das FSME-Virus (Erreger der FSME) tragen, kommen nur in bestimmten Teilen Deutschlands
bzw. Europas (in den sogenannten FSME-Endemiegebieten) vor. In Deutschland kann jede 25. - 100. der
in diesen Gebieten vorkommenden Zecken dieses Virus tragen.
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