Startseite / Gebäudeplan, Gebäudeansichten, Sitzungssäle
Deutschorden-Saal

Foto: Deutschorden-Saal 

Zur Geschichte des Deutschorden-Saales

Mit dem Deutschorden-Saal besitzt die Regierung der Oberpfalz ein Kleinod, das nicht nur vom äußeren Raumzuschnitt, sondern vor allem durch seine kunstvolle Stuckdecke bezaubert. In Maders "Kunstdenkmäler der Oberpfalz", Band II, wird als Stukkator Peter Franz Appiani, gest. 1724, genannt, ein Verwandter von Jakob Appiani, der 1725 den Bibliothekssaal in Waldsassen stuckierte. Die Waldsassener Stukkaturen weisen nahe Verwandtschaft mit denen des Regensburger Deutschordenshauses und im – ebenfalls von Appiani stammenden – Stift Niedermünster auf. Allein daran ist die kunsthistorische Bedeutung des Saales ersichtlich, als hochwertige künstlerische Schöpfung des Frührokoko.

Dehios "Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler" führt aus: "Charakteristisch für seine (des Künstlers) Bandelwerkdekoration ist eine bordürenartige Anordnung und die motivische Verbindung von Akanthusranken und Festons mit groteskenhaft eingestreuten Tieren, Putten, Figuren und Büsten. Die bisher üblichen italienischen Vorbilder" sind "hier durch den Einfluss des französischen Regence abgelöst".

Die Stuckdecke des Deutschorden-Saales zeigt darüber hinaus im Mittelfeld das Ordenswappen und an den Ecken Medaillons mit Trophäen. Das Wappen steht wohl in enger Beziehung zu den – über dem Korbbogenportal der Kommende in der Marschallstraße angebrachten – Deutschmeisterwappen des Hochmeisters Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg, des Wappens des Landkomturs Karl Heinrich von Hornstein und des Ortskomturs mit der Jahreszahl 1720.

Stuckdecke im Deutschorden-Saal

Erbaut wurde die ehemalige Deutschordenskomturei 1720 – 26 von Ordensbaumeister Franz Keller. Nach Auflösung des Deutschen Ordens durch Napoleon 1809 fiel das Vermögen Fürst – Primas Carl Theodor von Dalberg zu, der das Neue Deutsche Haus an den Freiherrn von Lilien verkaufte. Von dessen Erben wurde es von dem Bleistiftfabrikanten von Rehbach übernommen und gelangte 1934 in den Besitz der Bayer. Hypotheken- und Wechselbank München. Zu Beginn der 1970er Jahre erwarb die Regierung der Oberpfalz das Gebäude und unterzog es bis 1975 einer aufwendigen Renovierung, bei der insgesamt sechs Stuckdecken gefunden und z. T. in mühevoller Kleinarbeit aufgedeckt wurden. Nach 23 Jahren erfolgte 1998 eine zweite Restaurierung des Deutschorden-Saales mit kompletter Neumöblierung, wodurch die Stuckdecke – unter fachlicher Beratung durch das Landesamtes für Denkmalpflege – nicht nur wieder in einen ursprünglicheren Zustand versetzt werden, sondern der Saal insgesamt aus seinem Dornröschenschlaf befreit werden konnte. Bei der Restaurierung fanden sich Nägel mit Resten einer Stoffbespannung und Malereien in den Fensternischen, die im Restaurierungsbericht der ausführenden Firma dokumentiert sind. Da sie jüngeren Datums als die Stuckdecke sind, wurden sie restauratorisch und konservatorisch behandelt und wieder überdeckt, um den Raumeindruck nicht zu verändern.

Die Möblierung, Beleuchtung und Ausstattung des Saales folgte dem Grundgedanken, durch deren Modernität einen – die Stuckdecke heraushebenden - bewussten Kontrast zu schaffen und damit jede bloß historische Nachahmung zu vermeiden. Der Saal erhielt zusätzlich alle – auch edv-technisch – notwendigen Anschlüsse, um eine zeitgemäße Nutzung zu gewährleisten.

nach oben

 
Unser Angebot

Stichwortsuche:


[zur erweiterten Suche]

Alphabetisch suchen:

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P, Q | R | S | T | U | V | W | X, Y, Z

© Regierung der Oberpfalz
93039 Regensburg
[Impressum]
[Datenschutzerklärung]