Nr. 118: 23.04.2008
Bekämpfung der Blauzungenkrankheit
Durchführung einer Impfung gegen das BT-Virus (Serotyp 8)
Mit den in Kürze zugestellten Impfstoffen gegen die Blauzungenkrankrankheit an die Veterinärbehörden in der Oberpfalz wird die Möglichkeit eröffnet, einen Erstschlag zum Schutz und gegen die Weiterverbreitung der durch Stechmücken auf unsere Wiederkäuerpopulation übertragbaren Viruserkrankung zu führen.
Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche die mit Tierverlusten einhergehen kann, wobei diese auf den Menschen weder direkt noch indirekt, wie durch den Verzehr von tierischen Produkten z. B. Fleisch und Milch übertragen werden kann.
Durch die erstmals im Jahre 2006 in Mitteleuropa auch in der Bundesrepublik Deutschland in Nordrhein Westfalen aufgetretene, vormals auf den Mittelmeerraum beschränkte und von Stechmücken der Gattung Culicoides (Gnitzen) übertragenen Infektionskrankheit, sehen sich aufgrund des sich mittlerweile weit in südöstliche Richtung ausdehnenden Verbreitungsgebietes nunmehr die Schaf-, Ziegen- und Rinder haltenden Betriebe in der Oberpfalz einer akuten Infektionsgefahr ausgesetzt.
Bereits im Jahre 2007 waren bundesweit 20623 Tiere (Bayern 281) betroffen, wobei infolge der günstigen Überlebensbedingungen der als Überträger fungierenden Steckmücken in Jahr 2008 bereits 1890 Fälle (Bayern 15) aufgetreten sind. Im Gegensatz zum Vorjahr, in dem auch ein Rind aus der Oberpfalz erkrankte, musste in diesem Jahr noch kein Fall im Regierungsbezirk festgestellt werden.
Zur Verhinderung von Erkrankungen, die vornehmlich durch Entzündungen und Schwellungen an unbehaarten Körperstellen bzw. der Schleimhäute im Maul und Zungenbereich mit u. U. bläulicher Verfärbung (Bluetongue disease), hohem Fieber und insbesondere Todesfällen bei Schafen gekennzeichnet sind, findet nunmehr eine EU-weite Impfstrategie auch Anwendung in der Oberpfalz.
Bei den Impfungen wird es sich um für den Tierhalter verpflichtende Maßnahmen handeln.
Wegen der besonderen Gefährdung der kleinen Wiederkäuer wird daher in einem ersten Schritt im ganzen Freistaat eine flächendeckende Impfung in den Schaf- und Ziegenbeständen durchgeführt.
Darauf folgt eine an die Produktionskapazitäten gebundene Verabreichung des Impfstoffes an die Rinder in den Regionen, in denen die Seuche bereits ausgebrochen ist.
Demnach wird unter risikoorientierten Gesichtspunkten eine Impfung der Rinderbestände in Nordbayern einschließlich eines ?Sicherheitsgürtels? in Abgrenzung zu den bisher nicht betroffenen Gebieten veranlasst.
Ergänzend dazu erfolgt eine Ringimpfung um Ausbruchsbetriebe und Besamungsstationen außerhalb der Regierungsbezirke Unterfranken, Oberfranken und Mittelfranken mit einem Radius von 5 km, bei der alle Rinder geimpft werden, mit Ausnahme derjenigen, die in den Besamungsstationen stehen.
Was den zeitlichen Ablauf angeht, so wird der Impfstoff Ende Mai 2008 zur Verfügung stehen und entsprechend den Erforderlichkeiten zum Einsatz kommen.
Die Regierung der Oberpfalz bittet daher, die in Frage kommenden Halter von Schafen, Ziegen und Rindern den Tierarzt ihrer Wahl, in der Regel den Hoftierarzt, mit der Durchführung der Maßnahme zu beauftragen, um eine zügige Abgabe des Impfstoffes an die praktizierenden Tierärzte durch die Veterinärämter gewährleisten zu können und die Tiere unter best- und schnellstmöglichen Schutz zu stellen.
Auf den von staatlicher Seite zur Verfügung gestellten Impfstoff entfallen keine Kosten, lediglich die Aufwendung für die Applikation muss vom Tierbesitzer für die Verabreichung (Schafe und Ziegen einmalig, Rinder zweimalig) getragen werden.
Weitere Informationen über den detaillierten Verfahrensablauf hinsichtlich des Zeitpunktes der Impfung und der betroffenen Tierbestandsarten können aus den Darstellungen auf der Homepage der Regierung der Oberpfalz www.ropf.de entnommen bzw. bei den jeweiligen Kreisverwaltungsbehörden/Veterinärämtern eingeholt werden.
Die konstruktive Zusammenarbeit und das Engagement aller Beteiligten wird auch bei dieser Herausforderung einen wesentlichen Schritt in der Seuchenbekämpfung zum Wohlergehen der Tierbestände und letztlich unserer Mitbürger beitragen können, wofür sich die Regierung der Oberpfalz bereits im Vorfeld der Aktion recht herzlich bedankt.
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Ansprechpartner
Pressestelle der Regierung der Oberpfalz
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